10 Jahre Medienpädagogischer Erzieher/innen Club RLP

Dienstag, 11.12.2018

Von Kinderfilmen und Hör-CDs zu Tablets und Robotern.

Kindliche Neugier und Fantasie, Lernbereitschaft und Spaß am Ausdruck sind wesentliche Grundlagen der frühkindlichen Medienbildung, die der Medienpädagogische Erzieher/innen Club „mec“ seit zehn Jahren in rheinland-pfälzische Kitas trägt. 2008 wurde der „mec“ von der Landesmedienanstalt LMK angestoßen und von medien+bildung.com und Stiftung Lesen gegründet. Den 10. Geburtstag feierte das mec-Team von medien+bildung.com gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und LMK-Direktor Dr. Marc Jan Eumann und mit Vertreterinnen und Vertretern aus kooperierenden Bildungsorganisationen am 7. Dezember in Mainz.

In ihrem Grußwort wies Dr. Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, auf die Bedeutung der Medien für die frühkindliche Bildung hin: "Kinder erfahren die Welt als eine, in der Medien eine besondere Bedeutung haben. Überall im Alltag begegnen ihnen Bücher, Spiele, Filme, Fernsehen, Audio-Medien und Computer als Mittel zur Information, zum Lernen, zur Unterhaltung und zur Kommunikation. Ich gratuliere dem mec zum 10. Geburtstag und danke allen Mitarbeitenden für die langjährige gute Arbeit. Ich wünsche dem mec, dass er weiterhin die rheinland-pfälzische Medienlandschaft mit vielen guten Projekten prägt und innovativ und aktiv, mit Weitblick für nachhaltige digitale Strukturen in die Weiterentwicklung geht."

Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der rheinland-pfälzischen Medienanstalt LMK, ergänzte: „Um dafür zu sorgen, dass sich unsere Kinder sicher in der digitalen Gesellschaft bewegen können, müssen wir zwei Wege verfolgen: Zum einen müssen wir die Medienkompetenz unserer Kinder fördern, so wie es der Medienpädagogische Erzieher/innen Club Rheinland-Pfalz „mec“ nun schon seit zehn Jahren erfolgreich tut. Zum anderen müssen wir aber auch dafür sorgen, dass unsere Kinder jugendgefährdende Inhalte erst gar nicht zu Gesicht bekommen. Letzteres geht nur mithilfe eines technischen Schutzes für Kinder und Jugendliche.“

Ab 2008 hatte der Medienpädagogische Erzieher/innen Club „mec“ seinen Mitgliedern und damit vielen rheinland-pfälzischen Kitas die „mec Medienbox“ zur Verfügung gestellt, mit Hör-CDs, Kinderfilm-DVDs und Software-CD-ROMs. Mit viel Spaß einen Trickfilm herstellen, eine eigene Geschichte als Comic gestalten, kreativ ein Bilderbuch verfilmen, Hören als Sinneskompetenz fördern und selbst Hörspiele produzieren: Medienpädagogische Angebote dieser Art standen im Zentrum des Medienpädagogischen Erzieher/innen Clubs Rheinland-Pfalz, als er seine Arbeit aufnahm. Auch zehn Jahre später versteht sich der mec als Servicestelle für Medienbildung im frühkindlichen Bereich, hält ein ständig aktualisiertes Angebot an Fortbildungen zur frühkindlichen Medienbildung vor, veröffentlicht gedrucktes und digitales Methodenmaterial für die medienpädagogische Arbeit in der Kita, initiiert Netzwerkprojekte (z. B. „Emma auf Reisen“) und informiert seine Mitglieder per Newsletter über mec-Veranstaltungen, Praxiserfahrungen, Tipps, Methoden, Konzepte und Forschungsergebnisse. Von 1.500 Mitgliedern kommen 83 % aus Rheinland-Pfalz. Statistisch war jedes mec-Mitglied in 10 Jahren dreimal bei einer von 260 Fortbildungsveranstaltungen mit 4.800 Teilnehmenden dabei.

In dieser Zeit hat der mec immer wieder mit neuen Konzepten auf mediale Entwicklungen reagiert. 2013 fand zum ersten Mal das Netzwerkprojekt „Emma auf Reisen“ statt, an dem über 20 Kitas teilnahmen und das den Weiterbildungspreis des Landes erhielt. Die Kombination von kreativen, variablen „Lernrouten“ der Medienbildung rund um das Schaf Emma mit einem dezentral von vielen Fachkräften gemeinsam gestalteten Projektblog erwies sich als attraktiv und wurde mehrfach neu aufgelegt. 2015 startete, initiiert vom Jugendministerium des Landes, mit „KiTab.rlp“ ein überregional beachtetes Modellprojekt zur Nutzung von Tablets in der Kita, bei dem das mec-Team mit dem Ausstatter Rednet AG und den Wissenschaftlern der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zusammenarbeitete. Seitdem sind mec-Fortbildungen rund um den pädagogisch sinnvollen Einsatz von Tablets in der Kita stark nachgefragt.

2017 hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium medien+bildung.com damit beauftragt, ein Ausbildungskonzept „Medienerziehung in Fachschulen für Erzieher/innen“ zu entwickeln, das aus Mitteln des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule (MmS)“ finanziert wird. 2018 begann das mec-Team mit Fortbildungen für Lehrkräfte der rheinland-pfälzischen Fachschulen. Seminare für künftige Erzieherinnen und Erzieher in den Fachschulen im Land schließen sich seitdem an. Zum Jubiläum des mec erscheint eine Broschüre mit „12 neuen mec-Methoden für die kreative Medienbildung in der Kita“, die ab sofort digital und in gedruckter Form über die Webadresse www.mec-rlp.de erhältlich ist.

Ebenfalls 2017 entstand die Idee für „Emma im Roboterland“. Das Schaf Emma und der kleine Holzroboter Cubetto werden über einen altersgerecht gestalteten Spielplan geführt, um Aufgaben und Probleme zu lösen. Cubetto mit seinem einfachen Steuerbrett erlaubt es schon Kindern im Kita-Alter, sich mit logischen Denken und „wenn-dann-Handlungssequenzen“ auseinanderzusetzen. „Emma im Roboterland“ geht gerade als Wettbewerb an den Start. 10 teilnehmende Kindereinrichtungen werden bis Mai 2019 ihre Projekterfahrungen auf einer gemeinsamen Website dokumentieren. Eine Jury wählt dann drei Kitas mit besonders spannenden Berichten aus dem „Roboterland“ aus. Kinderwelten sind Medienwelten - der Grundsatz des Medienpädagogischen Erzieher/innen Clubs beweist auch bei Emma und Cubetto seine Gültigkeit: Altersgerechte Medienbildung knüpft an der kindlichen Lebenswelt an, Kinder erzählen gerne vom Staubsaug- oder Rasenmäh-Roboter von Zuhause – mit „Emma im Roboterland“ erhalten sie die Chance, ein altersgerechtes Verständnis für Robotik zu entwickeln.

Das Team des „Medienpädagogischen Erzieher/innen Clubs Rheinland-Pfalz“ und die Mitglieder des mec stellen sich auch im zweiten Jahrzehnt seines Bestehens der Herausforderung, Chancen und Risiken der Medienentwicklung in ihrer Bedeutung für die frühkindliche Bildung zu betrachten und daraus Handlungsempfehlungen und praktische Hilfen abzuleiten, mit denen altersgerechte, fördernde, kreative Medienbildung und –erziehung in der Kita gelingen kann.

Presse-Ansprechpartner:

Medienpädagogischer Erzieher/innen Club Rheinland-Pfalz
Hans-Uwe Daumann
 
Stv. Geschäftsführer
Öffentlichkeitsarbeit

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daumann(at)medienundbildung.com

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HRB 60647