Science Slam beim LMK-Jahresempfang 2018

Dienstag, 04.09.2018

Digitale Medien und Wissenschaft bringen wirtschaftliche Dynamik
Science Slam beim LMK-Jahresempfang 2018

Mit einem Science Slam brachte die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz eine ungewohnte Farbe auf das traditionsreiche Festival des deutschen Films, bei dem sie mit ihrem Jahresempfang auch in diesem Jahr zu Gast war. An einem Spätsommerabend trafen sich 180 Vertreter aus Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf der Parkinsel in Ludwigshafen am Rhein und ließen sich durch das neue Format zum Diskurs anregen.

In seiner Begrüßung unterstrich zunächst der Vorsitzende der Versammlung, Albrecht Bähr, die Bedeutung des jüngsten Rundfunkurteils des Bundesverfassungsgerichtes, in dem es den Rundfunkbeitrag als verfassungsgemäß bestätigte. „Erstmals hat das Gericht auch die Funktion der Landesmedienanstalten beschrieben“, so Bähr. „Und ich werte es als deutliche Unterstützung unserer Arbeit, dass hier ausdrücklich unsere Aufgaben Aufsicht, technische Versorgung, Medienkompetenz, aber auch die Bürgermedien und Offenen Kanäle zur Sicherung unserer lokalen und regionalen Kultur, benannt werden.“

„Mit der Karlsruher Entscheidung wird die besondere Verantwortung der Landesmedienanstalten für die vielfaltssichernde Balance im dualen Mediensystem hervorgehoben“, führte LMK-Direktor Dr. Marc Jan Eumann fort. „Gerade mit Blick auf die anstehenden medienpolitischen Weichenstellungen bei Plattformen und Medienintermediären ist es nötig, die Chancen für die privaten Medienunternehmen im Blick zu haben. Und zugleich“, so Eumann weiter, „sind wir wichtige Partner, wenn es darum geht, Innovationen in der Webvideo- oder der Gamesbranche aufzugreifen. Deswegen ist mir der Austausch der LMK mit den rheinland-pfälzischen Wissenschaftsakteurinnen und –akteuren sehr wichtig.“

"Die freie Meinungsäußerung ist ein gutes und wichtiges Privileg in unserem Land. Doch es ist auch wichtig, dass Regeln befolgt werden“, betonte die Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen in ihrem Grußwort. „Deshalb ist die LMK unverzichtbar, wenn es darum geht, dass die gesetzlichen Bestimmungen in den privaten Medien in Rheinland-Pfalz eingehalten werden. Als Medienbehörde liefert sie darüber hinaus Impulse für die Medienpolitik. Es ist toll“, so Steinruck weiter, „dass mit der LMK auf dem Festivalgelände neue digitale Medien mit dem alten Medium Film aufeinandertreffen."

Im mit Spannung erwarteten Science Slam zeigten zwei Wissenschaftler aus Rheinland-Pfalz wie sehr die digitale Unternehmerszene und die Hochschulen sich gegenseitig befruchten. Dies wurde deutlich im ersten Science Slam Beitrag „Sind die YouTuber von heute die Unternehmer von morgen?“ von Dr. Sven Pagel, Professor für Wirtschaftsinformatik und Medienmanagement an der Universität Mainz. Film und Bewegtbild allgemein fände heute in erster Linie online statt. Für Long Form Formate seien Mediatheken relevant, Short Form Formate finden sich auf YouTube und anderen Video-Plattformen. Die YouTuber von einst seien jedoch nicht mehr nur einzelne Kreative, sondern bauten zunehmend Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern auf. „Für Medien-Standorte sind diese neuen Bewegtbild-Unternehmen zukunftsweisend. Durchaus auch in Rheinland-Pfalz.“, betonte Prof. Dr. Sven Pagel gerade auch mit Blick auf die regionale Bedeutung von YouTube.

Mit der bis vor kurzem noch weit verbreiteten Skepsis gegenüber der Gamesbranche schien Dr. Christof Rezk Salama im zweiten Beitrag mit dem provokanten Titel „Was haben Computerspiele je für uns getan?“ zu spielen. Rezk Salama, Professor für Spieletechnologie an der Hochschule Trier, stellte heraus, dass technologische Innovationen in Bereichen wie Medizintechnik oder Künstlicher Intelligenz gerne und zu Recht gefeiert werden. Unterschätzt werde dabei aber oft die Rolle, die Computerspiele in diesen Innovationsprozessen spielen. „Computerspiele sind integraler Bestandteil unseres technologischen Ökosystems“, so Rezk Salama. „Wer meint, unsere Gesellschaft könnte problemlos auf Computerspiele verzichten, unterliegt einem gewaltigen Fehler!“ Sein Beitrag zum Science Slam verdeutlichte die Innovationskraft von Spieletechnologie und deren Strahlkraft in andere Disziplinen.

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LMK-Pressesprecher
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